Hallo ihr Lieben
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Zwar habe ich angekündigt über Weihnachten und Silvester zu berichten, aber ich fasse mich diesbezüglich etwas kürzer, denn es gibt unzählige Sachen zu berichten. ![]()
Zum Weihnachtsvorabend ist es ja allgemeinhin Tradition in die Kirche zu gehen und sich das Krippenspiel anzusehen. Nicht unüblich ist es auch ordentlich einen im Tee zu haben, wenn man da zum Krippenspiel geht. Nun also eine kleine Einführung in das Krippenspiel und den Weg dorthin. Mittlerweile war im Hostel ein anderer Backpacker angekommen - Mathieu. 23 Jahre jung, freundlich, hilfsbereit, alles in allem ein super Kerl und immer gut drauf. Mathieu und ich haben uns auch auf Anhieb gut verstanden. Zwar hat er die ersten Tage eine Griechin dabei gehabt, aber die ist nach einer Woche weiter gereist
. Eigentlich war das auch ein super liebes Mädel, aber halt Griechin und die nehmen uns ja wie allgemein bekannt ist all unser Geld weg
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Am Weihnachtsvorabend stiegen Mathieu und ich in den Bus von George (der Hotelbesitzer bei dem wir gearbeitet haben) der uns nach Whangarei (was man übrigens Fängarej ausspricht, nicht wie ich fälschlicherweise Wängärei, das macht für Kiwis schon einen Unterschied)bringen sollte. Dabei waren Karen (Georges Frau), Melissa, Haley und Vanessa (Georges Töchter, Vanessa übrigens ein echtes Schneckchen, aber leider vergeben
) und Richie, Vanessas Freund. Richie hatte dann auch die grandiose Idee eine ganze Packung Bier mitzunehmen (15 Bier). Nun sind 15 Bier bei 3 Kerlen nicht der Hit, vor allen Dingen wenn man bedenkt, dass es 0,33 l Flaschen sind, aber wenn man bedenkt, dass Mathieu und ich schon um elf angefangen haben Bier zu trinken, weil an diesem Tag ein weiteres Schreiben von der Versicherung kam (ihr erinnert euch - ich hatte einen Unfall und da ich nicht versichert war, muss ich den Schaden des Unfallgegners bezahlen) in dem mir mitgeteilt wurde, dass aus 4700 Dollar Schulden auf einmal 5100 Dollar Schulden geworden sind, hatten diese paar Bier dann ihre Wirkung.
Nun ja, gut gelaunt oder zumindest angetrunken und mit "Scheiß-heute-mal-drauf-Stimmung" ging es dann Richtung Kirche und dort haben wir uns das Krippenspiel angesehen. Es wurde "Der Lorax" aufgeführt. Das war eigentlich nur langweilig, also haben wir es über uns übergehen lassen und uns gefreut als es vorbei war. Mehr möchte ich dazu nicht erzählen.
Danach ging es noch eine Runde durch Whangarei und es wurden all die weihnachtlich geschmückten Häuser betrachtet. Ein komisches Gefühl ist das trotzdem, bei 25 Grad irgendwelche weihnachtlich geschmückten Häuser anzusehen.
Am späten Abend tranken wir dann noch weiter und dann hieß es ausschlafen und Bescherung am nächsten Morgen. Die Familie von George hatte uns eingeladen beim Geschenke auspacken dabei zu sein. Aber die Familie hätte mein Herz nicht so erobert, hätten sie nicht auch Geschenke für uns vorbereitet gehabt. Ich hätte es nie erwartet und war umso überraschter und berührter als Melissa plötzlich aufstand, auf mich zukam und mir ein Geschenk in die Hand drückte. Es war nicht das Geschenk an sich, es war die Geste und die Wertschätzung die ich unglaublich genoß.
Die Weihnachtsfeiertage wurden dann in gemütlicher Runde und mit vieeeeeeeeeeeel zu viel Essen verbracht und dem wunderschönen Gefühl, egal wo, immer irgendwie bei der Familie und Freunden zu sein. Denn nicht nur, dass meine Eltern mich mit einem Skypeanruf überraschten, es war umso schöner auch Oma und Opa per Skype wieder zu sehen und zu sehen, dass es ihnen gut geht. Das es allen gut geht, auch wenn durch den Unfall schwerere Zeiten angebrochen sind, lassen wir uns nicht unterkriegen. Das gibt einem schon ein gutes Gefühl. Auch Ralph und Steph habe ich per Skype gesehen und mich genauso gefreut, auch wenn die Nachrichten nicht so erfreulich waren. Über die zahlreichen Weihnachtswünsche per facebook und Handy habe ich mich natürlich genauso gefreut
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Nun eine ganz, ganz kurze Fassung von Silvester. Silvester wird in Neuseeland nicht wirklich gefeiert. Man stößt kurz an um Mitternacht und das war es. Einzig erwähnenswert finde ich Annikas (eine Backpackerin welche zu Weihnachten zu uns gestoßen ist) Rezept gegen Geldsorgen im neuen Jahr - man muss am ersten Tag des Jahres Sauerkraut essen - gesagt, getan - bis jetzt haben sich noch keine neuen Geldsorgen aufgetan *aufholzklopf*, hoffen wir dass das so bleibt
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Aufbruch aus Dargaville - die Reise zurück ins große, große Auckland
In jedem guten und in jedem schlechten Film macht sich der Held irgendwann auf um neue Abenteuer zu bestehen und sich neuen Herausforderungen zu stellen - und da ich den Filmhelden in nichts nachstehen möchte, hieß es dann irgendwann - Time to say goodbye. Goodbye Dargaville du Nest mit nur zwei Straßen und hello Auckland, du unübersichtliche, aber wunderschöne Metropole.
Wenn Politiker ein Amt antreten gibt es zumeist eine Zeremonie und sie werden feierlich eingeführt. Sie werden mit einer Limousine rumkutschiert, trinken ein Gläschen Sekt, lassen sich die Hände schütteln und genießen dann ihren neuen Status. Ganz so war es nicht bei mir, aber immerhin fast. Auf dem Weg zu meinem Job als Au-Pair hieß es zunächst einmal trampen, das war an sich kein Problem und innerhalb von zwei Mitfahrgelegenheiten war ich um die 300 Kilometer gereist. In der Zwischenzeit hatte ich regen SMS-Austausch mit der Gastmutter welche es kaum erwarten konnte, mich endlich in der Familie begrüßen zu können. Die Begrüßung ging dann auch ratzfatz - der Gastvater, Neill, holte mich mit der ältesten Tochter, Zoe ab und ab ging der Ritt. Im Hause der Familie angekommen wurde ich zunächst einmal einfach nur überrollt von Eindrücken. Julia (die Gastmutter) begrüßte mich, sagte mir ich solle es mir erstmal bequem machen, denn sie würde jetzt mit Neill zum Tennis schauen gehen und weg war sie
. Die Töchter haben auch andere Sachen vorgehabt und so war ich mit Archie (dem jüngsten, 8 Jahre) und Max (dem zweitjüngsten, 10 Jahre) allein. Aber nicht allein, allein, denn die Großeltern der beiden Jungs waren auch noch da und hatten ein Auge auf sie. Die Jungs schnappten mich, zeigten mir den Park und ihre Spielsachen und am Abend saß ich mit Neill und dem Großvater bei Wein und Bier zusammen und wir unterhielten uns über die Gott und die Welt. Dabei habe ich Neill meine Versicherungsgeschichte eröffnet und da er einer der Top Versicherungsverkäufer Neuseelands ist, hat er mir gleich mal gesagt ich solle mir nicht zu sehr einen Kopf drum mache, er kümmere sich darum, weil sein bester Freund Anwalt sei. Nun ja, das mag jetzt alles bißchen übertrieben klingen, ist es aber nicht. Ich meine, ich kenne wenige Au-Pairs (okay, ich kenn auch so wenige Au-Pairs) deren Gasteltern mit John Keys, dem Premierminister Neuseelands zusammen Mittag gegessen haben.
Mit diesem Bewusstsein, dass mir ein echt lieber, freundlicher, hilfsbereiter und netter Mann zur Seite steht, kehrte auch bei mir etwas Entspannung ein und ich komme mehr und mehr in der Familie an. Ich habe definitiv gelernt was es heißt dankbar zu sein und ich weiß auch was es bedeutet bescheiden zu sein.
Hier jetzt erst ein Mal ein paar Worte an meine Eltern - ich glaube das größte Wort was ich sagen kann ist "Danke". Ich danke euch so sehr, dass ihr mir die Reise ermöglicht und mich bei allem unterstützt, ich danke euch das ihr für mich da seid und ich danke euch für jedes Lachen, jedes Schreiben und jedes Einfach-nur-da-und-ansprechbar-sein. Ich weiß dass es nicht immer so leicht ist, gerade jetzt wo wir noch ein wenig mehr verzichten müssen, aber ich bin euch unglaublich dankbar das ihr mir meinen Traum ermöglicht. Ich weiß wieviele Einsparungen und Entbehrungen das für euch bedeutet, ich weiß wie froh ihr seid wenn es mir gut geht und ich kann euch sagen mir geht es verdammt gut, weil ihr mich so unterstützt. Ihr macht es mir möglich meinen Traum Neuseeland zu leben und zu erleben und es ist toll dass ihr für mich da seid. Ich liebe euch dafür. Ach und Ollüfor, kleiner Bruder, es ist auch immer schön zu sehen wenn du beim Skypen dabei bist. Deine Fröhlichkeit und Albernheit tut uns allen gut. Danke, Danke, Danke, für all eure Unterstützung. Ich kann ganz ehrlich sagen ich bin unendlich dankbar, dass es euch gibt und wir so zusammen stehen. Und Papa - natürlich kriegt ihr das irgendwann zurück gezahlt
. Generell ein Danke an alle die mich unterstützen, die mir schreiben und die immer wieder neugierig nachfragen wann es einen neuen Blog gibt oder generell wie es mir geht - ohne euch könnte ich das Ding zwar durchziehen, aber es würde nur halb so viel Spaß machen, denn es ist toll zu wissen, dass da zu Hause die Leute auf einen warten ![]()
Nun noch ein paar Bilder zum Allteg, Worte folgen im nächsten Blog, ich habe genug geschrieben für heute
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Mein Alltag sieht ungefähr so aus.
DAS - ist mein Urlaubsfeeling. Das nächste Mal erzähl ich euch mehr über den chaotischen Alltag und wie gern ich hier bin ![]()



